STAF

von leicht@m-win.ch, Tel. +41 (52) 269 21 00

Die Stimmberechtigten haben am 19. Mai dem Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) mit 66,4 % Ja-Stimmen gegen 33,6 % Nein-Stimmen zugestimmt. In Wegfall kommen die Steuerprivilegien für Unternehmen mit Steuerstatus und künftig werden alle Firmen gleich besteuert, was für die Unternehmen mit Steuerstatus eine Erhöhung und für die bisher ordentlich besteuerten Unternehmungen eine Steuerentlastung mit sich bringt.

Allgemein bedauert wird, dass an dieser bedeutsamen Abstimmung nur 42,7 % der Stimmberechtigten teilnahmen und insbesondere jüngere Wähler, die später die Lasten der AHV zu schultern haben, der Abstimmung fernblieben.

Im Kanton Zürich bedarf es noch der Umsetzung. Als Termin für die Abstimmung ist der 1. September 2019 im Gespräch, damit das Gesetz zum 1 Januar 2020 in Kraft treten kann. Angenommen wurde die Vorlage schon in Genf, Solothurn und Bern haben sie auf kantonaler Ebene abgelehnt.

Hier seien nur ein paar STAF-Kernpunkte genannt:

Der Kanton Zürich erhält durch das neue Gesetz neben den Baukastenbestandteilen «Patentbox» und dem «Forschungs & Entwicklungs (F&E) – Abzug», auch noch den optionalen kantonalen Abzug für Eigenfinanzierung (auch «lex Zürich» genannt). Damit können im Kanton Zürich eigenkapitalfinanzierte Unternehmungen unter gewissen Voraussetzungen nahezu die gleichen Kosten, wie bei einer Fremdfinanzierung, steuerlich in Abzug bringen.

Ziel ist es nach Aussagen aus der Finanzdirektion des Kantonalen Steueramtes Zürich, höchst mobile, wertschöpfungsintensive, innovative Unternehmungen am Standort Zürich zu halten. Dies, weil das neue Unternehmenssteuerrecht eine Angleichung der Steuersätze in den Kantonen mit sich bringt und hierdurch der kantonale Wettbewerb verschärft wird. Daher erfolgt im Kanton Zürich auch eine Satzreduktion bei der Einfachen Steuern von 8% auf 7% ab 2021 und ab 2023 ist eine weitere Reduktion auf 6% geplant, was aber einer neuen Volksabstimmung unterliegen wird. Der effektive Steuersatz wird bei maximaler Entlastung ab 2023 in der Stadt Zürich auf 10,94% sinken. Bei der ordentlichen Besteuerung sinkt der effektive Steuersatz von 21,25% ab 2023 auf 18,19%. Bei der für den 1. September geplanten kantonalen Abstimmung wird aufgrund der moderaten Senkung  des Gewinnsteuersatzes politischer Konsens erwartet.

Schon jetzt empfiehlt es sich für Unternehmungen, die Umsätze mit Produkten mit Patentschutz (CH, EU, gleichgestellte ausl. Patentrechte) oder Produkten mit Patenten für einzelne Bestandteile (der berühmte patentierte Scheibenwischer am Kraftfahrzeug) machen, die Umsätze und F&E-Kosten zu dokumentieren. Auch für Produkte mit einzelnen patentgeschützten Bestandteilen gilt die «Patentbox»-Entlastung. Ferner bieten sich neue Gestaltungsmöglichkeiten und Unternehmungen sollten sich Gedanken über die Verwendung oder den Einbau neuer Patente in bereits vorhandene Produkte machen. Für Unternehmungen, die in der Schweiz forschen und entwickeln, insbesondere Software-Entwickler, die nicht in den Genuss der «Patentbox» kommen und in der Schweiz F&E-Kosten aufwenden, empfiehlt es sich gleichfalls mit nachhaltigen Aufzeichnungen zu beginnen und schon jetzt wegen der Komplexität der Materie fachlichen Rat einzuholen. Bei der «Patentbox» beträgt die jährliche Entlastung 90% während der 20-jährigen Laufzeit von Patenten, beim F & E – Abzug immerhin 50%. Zusammen mit dem Abzug für Eigenfinanzierung können Steuern in erheblichem Umfang «gespart» werden. Insgesamt ist die Entlastung auf 70 % des erzielten Jahresgewinnes begrenzt.

Am Rande sei erwähnt, dass Gesellschaften mit kantonalem Steuerstatus für eine Übergangszeit steuerneutral stille Reserven aufdecken können. Der optimale Übergang zur ordentlichen Besteuerung hängt bei den Statusgesellschaften von zahlreichen spezifischen Umständen und dem jeweiligen kantonalen Recht ab.

Die Mehrbelastung von Unternehmungen und Arbeitnehmern bei der AHV um jeweils 0,15 % ist dagegen marginal und führt zu jährlichen Mehreinnahmen der AHV von 2 Mrd. Franken.

Interessiert?  (Email an sekretariat@m-win.ch; wir melden uns )

Steuererklärung: Internet ersetzt Briefpost nicht

von metzger@m-win.ch, Tel. +41 (52) 269 21 00

Die Steuererklärung kann man schriftlich auf dem zugeschickten Formular ausfüllen – oder auf dem Computer. Einige Kantone stellen dafür eine Software zur Verfügung, einige sogar eine Cloud, in der man persönliche Daten übermittelt.

Ob schriftlich oder elektronisch: In beiden Fällen muss man zuerst die nötigen Belege zusammensuchen. Dokumente wie Lohnausweis, Bestätigungen für Einzahlungen in die 3. Säule oder Einkaufsbeiträge in die 2. Säule sind der Steuererklärung beizulegen. Wer sie online einreicht, muss die Papiere einscannen.

Das elektronische Ausfüllen erleichtert die Arbeit, indem das Programm Daten aus dem Vorjahr übernimmt. Dazu gehören Bankkonten, Wertschriften oder Steuerwerte der Liegenschaften. Und man muss weniger rechnen. Das Programm kann Zahlungen addieren oder subtrahieren.

Doch jede Automatisierung birgt neue Fehlerquellen: Die Wertschriften aus dem Vorjahr sind vielleicht ganz oder teilweise verkauft, der Steuerwert von vermieteten Liegenschaften hat sich verändert. Und vom Programm vorgegebene automatische Pauschalabzüge lassen vergessen, dass die effektiven und belegbaren Kosten zum Beispiel für den Unterhalt von Liegenschaften, Krankheitskosten oder Weiterbildung womöglich höher sind, als die vom Computer eingesetzten Pauschalen.

Übrigens ganz ohne Papier geht es auch beim elektronischen Einreichen nicht. Im Kanton Zürich zum Beispiel: Sobald die Daten ans Steueramt übermittelt sind, erhält der Steuerpflichtige elektronisch eine Empfangsquittung. Diese muss er unterschreiben und zurückschicken. Nicht per E-Mail – sondern aus Sicherheitsgründen per Post.

Und zu guter Letzt: Eine umfassende Steuerberatung inklusive Ausfüllen der Steuerformulare durch eine Fachperson – zum Beispiel bei der MSM Group AG – kann in bestimmten Fällen verhindern, dass man zu viel Steuern bezahlen muss.

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Gruppenbetrachtung im Kapitalmarktrecht

In Ziff. 4.3. des Entscheids 2C_571_2018_vom 30. April 2019 stellt das Bundesgericht erfreulicherweise erneut klar, was in diesem Blog moniert worden war (https://msmgroup.ch/kiss-gilt-auch-beim-geldsammeln/):

„Die Erfüllung des Tatbestands einer bewilligungspflichtigen Emissionshaustätigkeit kann, wie die Beschwerdeführerin zutreffend geltend macht, nicht mit einer Gruppenbetrachtung begründet werden, wie sie die Vorinstanz aufgrund der personellen und finanziellen Verflechtungen zwischen der Beschwerdeführerin und der Gesellschaft angenommen hat (oben, E. 2.1), würde doch eine Abstraktion von der juristischen Selbstständigkeit der Gesellschaft auf eine (mangels von Drittpersonen ausgegebenen Effekten [Art. 3 Abs. 2 BEHV]) nicht bewilligungspflichtige Selbstemission schliessen lassen (HUBER/HSU, a.a.O., N. 41 zu Art. 2 lit. d BEHG; WALLER, a.a.O., S. 63; zur Selbstemission vgl. ausführlich EMCH/RENZ/ARPAGAUS/BEUTTER/BOPP/GASSER/KRAMER/ STADLER/WERLEN, a.a.O., S. 676 f.; KRAMER/ZOBL, a.a.O., S. 401 f.).“

Im betroffenen Fall lag dann doch eine unerlaubte Emissionstätigkeit durch Festübernahme vor, aber nicht wegen der Gruppenbildung.

Jürg Martin, martin@m-win.ch

Offene Stelle bei Martin Rechtsanwälte: Jurist/in

Die Kanzlei Martin Rechtsanwälte kann neu ins Team aufnehmen:

Jurist(in)

mit deutscher Muttersprache und voll in der Schweiz absolviertem Rechtsstudium. Arbeitsgebiet ist das Wirtschaftsrecht für KMU: Vertrags- und Gesellschaftsrecht, Sachen- und Nachfolgerecht, Teile des Verwaltungsrechts, Immaterialgüterrecht, SchKG, IPR. Arbeitspensum ab 60%; auch als Praktikum für die Anwaltsprüfung möglich.

Sie arbeiten gerne sehr selbständig in direktem Kontakt mit Kunden und Fachleuten anderer Disziplinen. Ein professionelles Arbeitsklima in einem jungen, motivierten Team ist Ihnen wichtig. Gesunder Menschenverstand und ein scharfer Blick für das Wesentliche und für die Sichtweise des Kunden auch in komplexen Umständen befähigen Sie, rasch zu praxistauglichen Resultaten zu gelangen und so effizient und lösungsorientiert zu arbeiten.

Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, freuen wir uns auf Ihre Bewerbung an Herrn RA Dr. Jürg Martin (martin@m-win.ch).

Versandarten: A-Post, A-Post plus, Einschreiben, … ???

Die Zustellform A-Post Plus zeichnet sich dadurch aus, dass sie wie die gewöhnliche A-Post am Werktag (inkl. Samstag) nach der Aufgabe beim Empfänger zugestellt wird. Im Gegensatz zur A-Post ist bei A-Post Plus jedoch die Sendungsverfolgung via Barcode wie bei der Zustellung via Einschreiben möglich. Im Unterschied zur Zustellung via Einschreiben wiederum ist bei A-Post Plus die Entgegennahme nicht zu quittieren und eine Sendung wird, wie bei A-Post, direkt in den Briefkasten bzw. ins Postfach des Empfängers eingelegt, womit sie in dessen Machtbereich gelangt ist (Urteil BGer 2C_1126/2014 vom 20.2.2015 Erw. 2.2; Urteil BGer 2C_430/2009 vom 14.1.2010 Erw. 2.3). Für den Beginn der Frist spielt es keine Rolle, ob die Sendung dem Postfach entnommen wurde. Auch muss die Sendung nicht bei der Post abgeholt werden (StPS 2016 5 ff.).

Wann könnte man nun welche Versandart benutzen? 

A-Post kann als kostengünstige Variante genutzt werden, wenn kein anderer Fall zutrifft. Zu beachten ist, dass kein Versand- oder Zustellnachweis erfolgt.

A-Post plus kann genutzt werden, wenn ein Nachweis für den Versand erforderlich ist, zum Beispiel bei Gericht (vgl. Art. 143 Abs. 1 OR). Man erhält einen Nachweis, dass das Schreiben der schweizerischen Post übergeben wurde. Da der Verlauf nachverfolgbar ist, liefert dies zugleich ein Indiz für die Zustellung. Zu beachten ist jedoch, dass für den Empfänger die Möglichkeit besteht, geltend zu machen, das Schreiben nicht erhalten zu haben (vgl. BGer 5A_547/2015). Zu beachten ist auch, dass es im Rahmen von A-Post plus keine Zustellfiktion gibt. Der Vorteil von A-Post plus ist, dass diese Versandart erheblich günstiger als ein Einschreiben ist.

Ein Versand mittels Einschreiben ist notwendig, wenn z.B. ein  Nachweis für den Empfang erforderlich ist, wie z.B. bei empfangsbedürftige Willenserklärungen. Es liefert einen Nachweis, dass das Schreiben vom Empfänger erhalten wurde, kann in gewissen Fällen eine Zustellfiktion auslösen und der Verlauf ist nachverfolgbar. Klarer Nachteil sind die Kosten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von „Die Schweizerische Post AG„.

Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.

von hauser@-win.ch

 

 

 

Knowhow und Investitionsgelegenheit: Mining im Internet

Mining

von Zoran Kikleski, www.zoma-mining.com

Mining ist ein Prozess, bei dem Rechenenleistung zur Transaktionsverarbeitung, Absicherung und Synchronisierung aller Nutzer im Netzwerk zur Verfügung gestellt wird. Das Mining ist eine Art dezentrales Rechenzentrum mit Minern aus allen möglichen Ländern. Keine Einzelperson hat Kontrolle über das Netzwerk. Dieser Prozess wird „Mining“ genannt. Beim Mining gibt es eine Belohnung für nützliche Dienste vom jeweiligen „Mining-Pool“, dem Netzwerk mehrerer Mining-Server. Die Auszahlung der jeweiligen Anteile richtet sich nach der zur Verfügung gestellten Rechenkapazität.

Menschen transferieren rund um die Uhr verschiedenste Daten, wie z.B. Transaktionen, über das Netzwerk. Das Netzwerk macht das, indem es alle Transaktionen eines bestimmten Zeitraums sammelt und in einer Liste zusammenfügt – der sogenannte Block. Der Job eines Mining-Servers ist es, diese Transaktionen zu bestätigen und in einem „Kontenbuch“ einzutragen. Dafür wird dieser entlohnt (die Transaktionsgebühr).

Das „Kontenbuch“ ist eine lange Liste von allen Blocks, die auch Blockchain genannt wird.

Die Blockchain wird beim Mining benutzt, um alle Transaktionen zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen zu können. Wann auch immer ein neuer Block erzeugt wird, wird dieser zur Blockchain hinzugefügt, was in einer endlos langen Liste von allen Transaktionen resultiert. Die Blockchain ist für Jedermann ersichtlich, somit kann jeder Nutzer gerade sehen, welche Transaktion durchgeführt wird. Man weiß jedoch nicht wer diese Transaktion durchführt. Somit ist dies transparent und (pseudo-) anonym zugleich.

Wenn ein Block von Transaktionen generiert wurde, lassen sie die Mining-Server einen Prozess durchlaufen. Sie entnehmen die Informationen und wenden eine mathematische Formel an, die die Transaktion umwandelt. Danach ist die Transaktion etwas viel Kürzeres, eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Buchstaben und Zahlen, auch Hash genannt. Dieser Hash wird (im Block) am Ende der Blockchain aufbewahrt.

Da jeder Hash eines Blocks den Hash des vorherigen Blocks benutzt, entsteht eine Art Wachs-Siegel. Er bestätigt, dass der jetzige Block und der davor gültig ist, denn wenn er manipuliert wird, würde es jeder bemerken.

War es anfangs noch möglich mit dem eigenen Rechner und einer guten Grafikkarte zu minen, ist dies heute nur noch mit richtigen Mining-Servern möglich. Diese haben spezielle Chips verbaut, welche nur für das Minen geeignet sind.

Die Mining-Server werden an sogenannte Mining-Pools gekoppelt. Hier wird die benötigte Rechenkapazität aller Nutzer gebündelt und man arbeitet in einer Gemeinschaft. Somit findet man viel schneller neue Blocks und die Entlohnung wird entsprechend der geleisteten Rechenkapazität auf die einzelnen Nutzer aufgeteilt.

Die „Blockchain“ – eine Zukunftstechnologie

Die Blockchain ist eine dezentrale Datenstruktur und die Grundlage vieler digitaler Währungen. Um diese Dezentralität stärker zu betonen spricht man, gerade im Finanzsektor, oft auch von der “Distributed Ledger Technology”. Diese Technologie wird durch ihre Dezentralität, Unveränderlichkeit und Transparenz ausgezeichnet.

Hier einige Vorteile der Blockchain-Technologie:

  • Schutz großer Datenmengen mittels Verschlüsselung und Zugriffsverwaltung;
  • Möglichkeit, große Datenmengen unternehmensübergreifend zu sammeln und analysieren;
  • einfachere Verifzierung von Datenbezugspunkten;
  • automatisches Aufspüren von Schwachstellen in der Lieferkette, im Zahlungsverkehr und anderen Geschäftsprozessen;
  • Reduktion oder Vermeidung von unnötigen Kosten für die IT-Infrastrukur;
  • Reduktion der Kosten für interne und externe Finanztransaktionen, Finanzreporting und Verwaltung;
  • Schaffung eines Mechanismus zur Verbesserung des Vorstandsreportings und des regulatorischen Reportings;
  • Beschleunigung des Jahresabschlusses.

Informationen zu den Mining-Servern

 Erworben werden Server der neuesten und leistungsstärkeren Generation mit der aktuellsten Hardware. Die Leistung dieser Geräte ist aktuell unübertroffen bei einem verhältnismäßig geringen Stromverbrauch. Die Server wurden speziell für diesen Einsatzzweck entwickelt und optimiert. Die Verarbeitung der „Blocks“ erfolgt über GPUs (Grafikkarten-Chips). In jedem der Geräte wurden acht speziell fürs „Mining“ entwickelte Grafikkarten verbaut, welche aber in keinster Weise mit Handelsüblichen Grafikkarten verglichen werden können. Auch die Bauart wurde kompakter und platzsparender (siehe Bilder der alten und neuen Generation). Die Server sind für den Hochleistungs-Dauerbetrieb ausgelegt, verfügen über ein ausgeklügeltes Lüftungssystem und sind sehr wartungsarm.

Beteiligung

Unser im Aufbau begriffenes Unternehmen ist interessiert an der Zusammenarbeit mit Investoren. Die Bedingungen und Details können gern individuell ausgehandelt werden.