von e.martin@msmgroup.ch

Unterforderung im Berufsalltag kann genauso krank machen wie Überforderung, interessanterweise sogar mit ähnlichen Symptomen. Im Gegensatz zu Burnout-betroffenen Mitarbeitenden getrauen sich die Bore-out-Betroffenen weniger, damit zu einem Arzt oder ihrem Vorgesetzten zu gehen.

Was steckt dahinter, wenn Arbeitgeber ihre Mitarbeiter eigentlich nur „parkieren“, ihnen nicht genug Arbeit geben, sie unterfordern? Die Autoren Philippe Rothlin und Peter R. Werder nennen dieses Phänomen Bore-out. Dieser Begriff kommt von „boredom“ zu Deutsch Langeweile. Bore-out betroffen sind vor allem Menschen, welche an einem Schreibtisch arbeiten und Beschäftigung vortäuschen. Akten hin und her schieben, E-Mails sortieren, vielleicht auch ein Internet-Spiel spielen, sinnlos in irgendwelchen Dokumenten herumtippen, chatten und dabei immer sehr beschäftigt aussehen. Sie tun dies nicht etwa aus Faulheit, nein oft sind es sehr leistungsbereite, fleissige Mitarbeiter, welche betroffen sind.

Bore-out kann sich durch Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen oder die Unfähigkeit, das Leben zu geniessen, bemerkbar machen. Bore-out-Betroffene gehen nach einem langen Tag der sinnlosen Beschäftigung oft todmüde nach Hause. Der Stress der Unterforderung, der qualitativer oder quantitativer Art sein kann, kann auch körperliche Symptome hervorrufen, wie z.B. Magenbeschwerden, Schwindel, Tinnitus oder Kopfschmerzen. Dieser Zustand kann bis zu einer Erschöpfungsdepression gehen und schlussendlich zu einer Krankschreibung über lange Zeit.

Bore-out-Betroffene verstehen es oft sehr gut, ihren unglücklichen Zustand zu verbergen. Durch ausgeklügelte Strategien wirken sie immer sehr beschäftigt, ja zum Teil sogar überbeschäftigt. Sie sind oft sehr lange im Büro. Die direkten Vorgesetzten sind oft die letzten, welche den Zustand des Mitarbeitenden überhaupt bemerken.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Zwei-unproduktive-Stunden-pro-Tag-sind-der-Durchschnitt/story/16930177

www.hrm.uzh.ch/static/fdb/uploads/ma_manuela_probst.pdf

interessiert mich (Email an MSM; wir melden uns)

 

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